Welt – Ersteinspielung !

WELTERSTEINSPIELUNG! – Das Requiem Orlando di Lassos in der Augsburger Erstfassung von 1575 für Tenor, Bariton, Bass, Basso Profondo, drei Posaunen, Bassdulzian und Orgel. Gerhard Hölzle, Tenor; Felix Rumpf, Bariton; Hans Ganser, Bass; Burkhard Kosche, Basso profondo, Matthias Spritz, Cas Gevers und Ralf Müller, Renaissanceposaunen, Angelika Radowitz, Bassdulzian; Michael Eberth, Orgel
Gerhard Hölzle, Tenor; Felix Rumpf, Bariton; Hans Ganser, Bass; Burkhard Kosche, Basso profondo; Matthias Spritz, Cas Gevers und Ralf Müller, Renaissanceposaunen; Angelika Radowitz, Bassdulzian; Michael Eberth, Orgel

Orlando di Lasso (1532 – 1594)
Requiem  in der
Augsburger Erstfassung von 1575

jetzt neu auf CD !
ab sofort im Handel

In einer Handschrift der Augsburger Staats- und Stadtbibliothek, einem großen Chorbuch der ehemaligen Benediktinerabtei St. Ulrich und Afra in Augsburg, ist eine bisher unbekannte Aufzeichnung des vierstimmigen Requiems von Orlando di Lasso erhalten.

Die Augsburger Original-Fassung steht eine Quinte tiefer als die späteren Druckausgaben des Werkes und führt das vierstimmige Ensemble in eine extrem tiefe Region des normalen Stimmumfanges. Als Besetzung ergibt sich: Tenor, Bariton, Bass und Basso profondo. In unserer Aufführung (Edition: Tobias Rimek) werden die Gesangsstimmen entsprechend der damaligen Aufführungspraxis von Instrumenten unterstützt: Drei Posaunen, Bassdulzian und Orgel verleihen der Komposition eine zusätzliche feierliche Gravität.

Für welche Persönlichkeit das Requiem komponiert wurde ist nicht überliefert. Nicht auszuschließen ist der Augsburger Fürstbischof Kardinal Otto Truchseß von Waldburg (1514 – 1573). Das Werk könnte etwa zum Jahrestag seines Todes für eine Totenfeier in Augsburg entstanden sein. Als Widmungsträger denkbar ist auch Hans Jakob Fugger (1516 – 1575), der sowohl zum Münchner Hof, wo Orlando di Lasso als Hofkapellmeister angestellt war, als auch zum Kloster St. Ulrich & Afra (wo die Handschrift entstand) gute Kontakte hatte.

Adventus Domini

049Sonntag, 29. November 2015, 17:00 Uhr ♦ Eintritt: € 22,00, ermäßigt € 14,00 ♦ Schaezlerpalais, Katharinenkirche ♦ 
Festliche Barockmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert

Die Mitglieder des Forum Alte Musik Augsburg e.V. präsentieren Ihnen ihr alljährliches Weihnachtskonzert mit musikalischen Juwelen des Früh- und Hochbarock. ♦ Werke von Hans Leo Hassler, Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Johannes Capricornus, Johann Michael Bach, Johannes Werlin, Jan Pieterszoon Sweelinck u. a. ♦ Sabine Lutzenberger, Sopran; Iris Lichtinger, Blockflöte; Monika Westner, Barockvioline; Gerhard Hölzle, Tenor; Hans Ganser, Bass; Wolfram Oettl, Cembalo; Michael Eberth, Orgel

Der Advent als Vorbereitungszeit für die Menschwerdung Christi wurde vielerorts im Laufe der Zeit unterschiedlich definiert. Die syrischen Christen feierten an den letzten beiden Sonntagen vor Weihnachten die Verkündigung an Zacharias und Maria. Byzanz weihte diese Sonntage Vätern und Vorvätern. Mailand beging den letzten Sonntag vor Weihnachten als Sonntag der Menschwerdung. In Rom schließlich erfasst der Weihnachtsgedanke zunächst den Dezemberquatember (daneben sind noch die erste Fastenwoche, die Pfingstwoche und die dritte Septemberwoche Quatember, also gleichsam kleine Fastenzeiten), bis schließlich Papst Gregor der Große (590 – 604) eine feste liturgische Ordnung des Advents schuf, die volle drei Wochen umfasst neben den notwendigen Ausgleichstagen zwischen der Wochentagsfixierung des Advents und der Monatstagsdatierung von Weihnachten. Der Inhalt dieser Adventsliturgie ist die frohe Erwartung der Geburt des Herrn, das dankbare Gedächtnis der Vorbereitung an Maria und durch Johannes. Als in der Karolingerzeit nördlich der Alpen die römischen Bücher übernommen wurden, bildete sich der Mischcharakter des heutigen Advent aus. Er kennt im Gegensatz zu Gallien und Mailand mit sechs Wochen nur vier Wochen Vorbereitung, deren Sonntage ein stark eschatologisches, bußbetontes Kolorit aufweisen. Der freudige Charakter der römischen Adventstexte aus der Zeit Gregors, den der häufige Gebrauch des Alleluia unterstreicht, wird überdeckt vom Ernst gallisch-adventlicher Bußbräuche: dunkle Farbe, Ausfall von Gloria und Te Deum, Fasten, Verbot der feierlichen Trauung. Das officium der Adventszeit, das in der Karolingerzeit ausgebildet wurde, ist andererseits von hoher dichterischer Schönheit (vgl. die sog. O-Antiphonen). [Gerhard Hölzle]

 

Harmonie d’Apollon

JMLeclair2Sonntag, 25. Oktober, 11:30 Uhr ♦ Johannissaal, Schloss Nymphenburg, München ♦ Konzert-Matinée mit dem Ensemble Harmonie d’Apollon ♦ Werke von François Couperin, Georg Philipp Telemann, Attilio Ariosti u. a. ♦ Chifumi Matsunaga, Sopran; Yukiko Marliza Hirooka, Traversflöte; Emanuele Breda, Barockvioline; Kazue Hamada, Barockvioline; Anderson Fiorelli, Barockcello; Michael Eberth, Cembalo ♦ Kartenvorverkauf unter www.muenchenticket.de

 

Arie & Concerti

Vivaldi_GhezziSamstag, 17. Oktober 2015, 20:00 Uhr ♦ Eintritt: regulär 15,– €, ermäßigt 10,– € (für Schüler, Studenten und Behinderte) ♦ Goldener Saal des Augsburger Rathauses ♦ Virtuose Musik des italienischen Barocks ♦ Ausführende: Sabine Lutzenberger, Sopran; Iris Lichtinger, Blockflöte; Ava de Araujo Madureira, Barockvioline; Michael Eberth, Orgel; Ensemble des Forum Alte Musik Augsburg

Das FAMA präsentiert beim Festkonzert der Reihe „Die Fugger und die Musik“ Werken von Vivaldi, Scarlatti und Mancini.

Für den wirtschaftlichen Erfolg der Familie Fugger und ihre rege Förderung der Künste spielte Italien eine bedeutsame Rolle. Daher erklingen in der Konzertreihe „Die Fugger und die Musik“ am Samstag, den 17. Oktober, ab 20 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses Werke von Meistern des italienischen Barocks. Mit Musik von Antonio Vivaldi, Alessandro Scarlatti und Francesco Mancini lassen die Solisten Sabine Lutzenberger (Mezzosopran), Iris Lichtinger (Blockflöte), Ava de Araujo Madureira (Barockvioline), Michael Eberth (Orgel) und das Orchester des Forums Alte Musik Augsburg mediterranes Lebensgefühl und die Stimmung lauer Sommernächte lebendig werden.

Der künstlerische Rang und die musikalische Bedeutung Antonio Vivaldis (1678 – 1741) kommen heutzutage einer Neuentdeckung gleich. Selbst Geigenvirtuose, schrieb er vor allem Instrumentalmusik. Seine schöpferische Leistung zeigt sich in der Fülle seiner qualitativ hochwertigen Kompositionen. Von Block- und Traversflötisten wird Vivaldis Opus X hochgeschätzt, birgt es doch einige seiner meisterhaften Solokonzerte für Flöte mit Streicherensemble und Continuogruppe, die er mit suggestiven Titeln wie „La tempesta di mare“, „Il Cardellino“ oder „La notte“ versah.

Alessandro Scarlatti (1660 – 1725) galt in Italien und darüber hinaus als großartiger Meister der „Cantata da camera“. In den aristokratischen Kreisen von Neapel, Rom und Florenz erfreuten sich seine Kantaten als kleine, nichtszenische Opern größter Beliebtheit. Inhaltlich erzählen sie meist von der Liebe und sind in die Welt der griechischen Mythologie versetzt. Sie bilden den Höhepunkt der Gattung der „Cantata da camera“, die eine Stellung eingenommen hatte, wie sie nur derjenigen der Oper vergleichbar war.

Francesco Mancini (1672 – 1737), der sein ganzes Leben in Neapel verbrachte, ist möglicherweise der italienische Komponist des Hochbarocks, der am meisten Werke spezifisch dem „flauto dolce“, der Blockflöte, widmete. Sein Ruhm und Bekanntheitsgrad rührt daher, dass seine Oper „L’Idaspe fedele“ seinerzeit eine der ersten war, die vollständig in italienischer Sprache in London aufgeführt wurde.

Das Forum Alte Musik Augsburg (FAMA) fördert die Erforschung, Aufführung und  Verbreitung Alter Musik im Kulturraum Augsburg. Es widmet sich der Erschließung unbekannter musikalischer und historischer Quellen sowie der historischen Aufführungspraxis. Neben Konzerten vornehmlich in adäquaten historischen Räumen, veranstaltet das FAMA unter anderem auch Meisterkurse und Vorträge. Dabei kommt es regelmäßig zur Kooperation mit den Museen und Kunstsammlungen der Stadt Augsburg.

Sabine Lutzenberger ist eine international renommierte Interpretin für den Gesang Alter Musik. Ihr Repertoire umfasst Musik vom frühen Mittelalter bis hin zum Barock sowie verschiedenste Kompositionen der Avantgarde. Solistisch wie auch als Ensemblesängerin ist sie regelmäßig auf den größten und bedeutendsten europäischen Festivals für Alte Musik, wie Oude Muziek Utrecht, Resonanzen Wien und Tage Alter Musik Regensburg, zu hören. Viele Jahre war sie Mitglied uns Solistin des „ensemble für frühe musik augsburg“, arbeitete unter anderem mit dem Ensemble Mala Punica oder dem Huelgas Ensemble zusammen. Seit 2008 ist sie in zahlreichen Konzerten mit ihrem eigenen Ensemble PER-SONAT zu erleben.

Iris Lichtinger ist eine Ausnahmemusikerin, die sich als Flötistin, Sängerin und Pianistin frei zwischen Alter und Neuer Musik, Kunst- und Popularmusik sowie komponierter und improvisierter Musik bewegt. Als Pianistin ist sie eine bekannte Spezialistin für Tango Argentino. In allen Bereichen arbeitet sie mit hochkarätigen Musikern zusammen und gastiert auf internationalen Festivals. Komponisten internationaler Herkunft schreiben für sie neue Werke. Sie ist Dozentin am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg und in den Ensembles „Progetto Seicento“, „Más que Tango“ und „MEHR MUSIK!“ aktiv.

Die Violinistin Ava de Araujo Madureira, die ihr Musikstudium bereits mit 12 Jahren an der Musikhochschule Bordeaux begann, absolvierte neben weiteren Studien an der Hochschule für Musik und Theater München und am Leopold Mozart Zentrum Augsburg auch zahlreiche internationale Meisterkurse. Seit September 2015 ist sie Akademistin bei der Bayerischen Staatsoper in München. Sie spielte zahlreiche Projekte, sowohl mit moderner Geige als auch mit Barockgeige, wie bei der Hofkapelle München, Concerto Copenhagen und dem Münchner Bach Orchester. Außerdem ist sie bei wichtigen Musikfestivals wie den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und dem Mainzer Musiksommer zu Gast.

Michael Eberth studierte die historischen Tasteninstrumente Cembalo, Orgel und Hammerflügel in München und Basel. Er konzertiert international als Solist und als Continuospieler mit verschiedenen Solisten und Ensembles, wie z. B. Dorothee Oberlinger, Robert Crowe, der Salzburger Hofmusik, Berliner Lauttencompagney oder The Bach Ensemble New York. Nach Lehrtätigkeit am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium und der Universität Mozarteum in Salzburg ist er seit 2008 Dozent für Cembalo, Clavichord, Generalbass und Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater in München, wo er 2012 zum Honorarprofessor ernannt wurde.

Der Eintritt für das Konzert beträgt regulär 15,– €, ermäßigt 10,– € (für Schüler, Studenten und Behinderte). Karten sind in der Tourist-Information (Rathausplatz 1, Augsburg) erhältlich.

Weitere Informationen zum Programm der Konzertreihe „Die Fugger und die Musik“ erteilt die Regio Augsburg Tourismus GmbH im Internet unter www.augsburg-tourismus.de oder unter Telefon 0821/ 50207-0.

Georg Philipp Telemann – Moralische Kantaten

TelemannSonntag, 11. Oktober 2015, 11:00 Uhr im Gartenpalais der Familie Schaezler, Augsburg, Schaezlerstraße 9 ♦ sechs Moralischen Kantaten von Georg Philipp Telemann für Singstimme und Basso continuo ♦ Susanne Simenec, Sopran, Michail Uryvaev, Barockcello; Michael Eberth, Cembalo

Georg Philipp Telemann veröffentlichte die sechs Moralischen Kantaten in den Jahren 1735/36 in Hamburg im Eigenverlag. Der Schreiber der Texte war Daniel Stoppe (1697 – 1747), ein Privat- und Gymnasiallehrer der als Gelegenheitsdichter diese Kantatentexte in der Sammlung „Der Parnasz im Sättler, Oder, Schertz- und Ernsthafte Gedichte“ (1735) veröffentlichte.

In der Schaezlerstr. 9 befindet sich ein architektonisches Kleinod, das Gartenpalais der Familie Schaezler, nicht zu verwechseln mit dem Schaezlerpalais in der Maximilianstraße. Das Gartenpalais wurde 1764 im Stil des Rokoko erbaut und 1813 vom Hofbankier Lorenz von Schaezler gekauft. Um das Palais, das von der Familie Schaezler als Sommerhaus genutzt wurde, erstreckte sich damals ein prächtiger Garten, der mehrere Hektar groß war. Im Palais befindet sich ein wunderschöner Rokokosaal, der seit einiger Zeit auch als Konzertsaal für Kammermusik genutzt wird.