Maecenas Optime – Musik für das Haus Fugger

Freitag, 8. Oktober 2021, 20:00 Uhr Evangelisch St. Ulrich, Ulrichsplatz 20, 86150 Augsburg Kartenvorverkauf/Reservierung: Tourist-Info, Rathausplatz oder online: reservix.de und an der Tages- bzw.
Abendkasse. Karten zu 26,00 €, ermäßigt 18,00 €, Studierende/Schüler:innen 10,00 €
Neben Widmungskompositionen an das Haus Fugger zählt auch eine Fülle von Musikalien in der Privatbibliothek von Philipp Eduard Fugger zum hochkarätigen Repertoire des internationalen Frühbarocks und zeugt, wenn auch selten gehört, von Wertschätzung und Kunstgeschmack. Eduard Fuggers Enkel Albert verkaufte 1655 aus Geldnot seine Sammlung, die heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt wird und uns ein Best-of an Musik und Musikern eindrücklich vor Augen und Ohren führt. Fast alle Komponisten, deren Musik im Programm des Festkonzertes erklingen werden, sind auch mit Werken in Philipp Eduard Fuggers Sammlung vertreten.

Melchior Newsidler (1531 – 1591)
der Fuggerin Danz
Luca Marenzio (1554 – 1599)
Zefiro torna (prima parte) – Ma per me lasso (seconda parte) Vienne montan (prima parte) – Corbo malvaggio (seconda parte) La santa pale (terza parte)
(aus Madrigali à 4 voci, libro primo (Venezia, 1584)
Giovanni Picchi (um 1571 – 1643)
Toccata
Claudio Monteverdi (1567 – 1643)
Laudate Dominum für Sopran und Basso continuo Si dolce è `l tormento für Tenor und Basso continuo
Giovanni Girolamo Kapsberger (1580 – 1651)
Sinfonia 4 (1615) per canto solo Toccata sesta & Corrente Settima für Laute Sinfonia 13 (1615) per canto solo
Gregor Aichinger (1564 – 1628)
Canzon con due Cornetti (aus Cantiones ecclesiasticae …, Augsburg, 1607)
Ave panis Angelorum (aus Solennia Augustissimi Corporis Christi, Augsburg 1606)
Giovanni Antonio Pandolfi Mealli (1624 – ca. 1670)
Sonata prima “La Bernabea” op.4 (Erstdruck Innsbruck 1660)
Tarquinio Merula (1595 – 1665)
Su la cetra amorosa – Aria a voce sola in ciacona
(aus Madrigali et altre musiche concertate Libro secondo op. 10, 1633
Chiaccona à 2. Violini, & à 3 col Basso
(aus Canzoni, overo sonate concertate per Chiesa e Camera […] Libro terzo op. 12, 1637)
Hans Leo Hassler (1564 – 1612)
Ridon di maggio Mein Gmüt is mir verwirret Tanzen und Springen
(aus Lustgarten neuer teutscher Gesäng, Balletti, Gaillarden und Intraden, Nürnberg 1601)
Ausführende: Ensemble FAMA & Gäste mit Anna-Lena Elbert, Sopran Richard Resch, Tenor Gebhard David
und Clément Gester, Zink Iris Lichtinger, Blockflöten – Axel Wolf, Laute Jörg Meder, Violone Michael
Eberth, Cembalo und Orgel

Orgelkonzert

Samstag, 7. August 2021, 12 UhrIngolstadt, Münster Zur Schönen Unserer Lieben Frau Orgelmusik von Wilhelm Hieronymus Pachelbel, Georg Friedrich Kauffmann und Johann Sebastian BachMichael Eberth, an der Kristian-Wegscheider-Orgel

Die Wegscheider-Orgel im Liebfrauenmünster zu Ingolstadt erfüllt sehr viele Kriterien einer „Bach-Orgel“. 2016 eingeweiht, orientiert sie sich an den erhaltenen Orgeln von Gottfried Silbermann und vor allem Zacharias Hildebrandt. Dessen große Orgel in der Wenzelskirche in Naumburg, fertiggestellt 1746, wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von Johann Sebastian Bach mitkonzipiert, in jedem Fall aber von ihm, zusammen mit Silbermann, abgenommen und für gut befunden. Bachs Schwiegersohn Johann Christoph Altnickol schrieb 1753:

„… und wer diese Orgel gesehen und gehöret, der ist niemals ohne Bewunderung davon hinweggegangen.“

Dieser Satz trifft uneingeschränkt auch für die „Bach-Orgel“ in Ingolstadt zu!

Programm

Wilhelm Hieronymus Pachelbel (1686 – 1764)
Toccata in G
Fantasia super: Meine Seele laß es gehen

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
zwei Choralbearbeitungen
Nun freut euch, lieben Christen gmein BWV 734
O Lamm Gottes unschuldig BWV 656

Georg Friedrich Kauffmann (1679 – 1735)
vier Choralbearbeitungen (aus Harmonische Seelenlust, Leipzig 1733)
O Herre Gott, dein göttlich Wort à 3 Con affetto
O Herre Gott, dein göttlich Wort Presto à 2 Clav
.
In dich hab ich gehoffet, Herr
nun freut euch liebe Christen gmein
Fantasia in G

Del Gran Duca

Freitag, 9. Juli 2021, 19:30 Uhr ♦ Schloss Seehaus, Markt Nordheim ♦ OLTREMONTANO ANTWERPEN “Del Gran Duca” ♦ Konzert mit Werken von Giovanni Martino Cesare, Giovanni Gabrieli, Jan Pieterszoon Sweelinck, Adriano Banchieri, Johann Kaspar Kerll u. a. ♦ Jan Kobow, Tenor; Anna Schall, Zink; Robert Schlegl, Altposaune; J, Tenorposaune; Wim Becu Bassposaune; Michael Eberth an der historischen Orgel von Johann Bernhard Ehrlich von 1786

Samstag, 10. Juli 2021, 16:45 Uhr – 18:30 Uhr – 20:00 Uhr ♦ Traunstein ♦ Ettendorfer Kircherl ♦ OLTREMONTANO ANTWERPEN ♦ “Del Gran Duca” ♦ Konzert mit Werken von Giovanni Martino Cesare, Giovanni Gabrieli, Jan Pieterszoon Sweelinck, Adriano Banchieri, Johann Kaspar Kerll u. a. ♦ Jan Kobow, Tenor; Anna Schall, Zink; Robert Schlegl, Altposaune; Juan Gonzalez Martinez, Tenorposaune; Wim Becu Bassposaune; Michael Eberth an der historischen der Hans-Vogl-Orgel von 1669

Programm:

Adriano Banchieri (1568 – 1634)
Missa Sopra l’aria Musicale del Gran Duca (Venetia 1620)
Kyrie – Gloria

Alessandro Orologio (1550 – 1633)
Intrada XV à 6 Videns Christum in patibolo à 5 Intrada XXIV à 6 Miserere mei Deus à 5

Samuel Scheidt (1587 – 1654)
Paduan à 4, Hamburg 1620

Alessandro Grandi (1586 – 1630)
O intemerata

Samuel Scheidt (1587 – 1654)
Bergamasca per organo

Giovanni Gabrieli (1557 – 1612)
La spiritata

Christoph Strauss (1575-1631)
Qui habitat à 5

Samuel Scheidt (1587 – 1654)
Alamande à 4

Johannes Eccard (1553-1611)
Wir dancken dir, Herr Jesu Christ

Ich bin mehr Herz als Kopf

Sonntag 27. Juni 2021, 11 Uhr und 16 Uhr, Augsburg, Festsaal im Schaezlerpalais
Ich bin mehr Herz als Kopf – Musik und Texte der Empfindsamkeit

Die 1730 in Kaufbeuren gebürtige Dichterin Sophie von La Roche hielt als Salonniére engen Kontakt zu weiten Kreisen der aufklärerischen Intelligenz in Deutschland, darunter Wieland, Lavater, Basedow, Jung-Stilling, Schiller und Goethe. Mit der blinden Wiener Pianistin Maria Theresia von Paradies pflegte sie einen freundschaftlichen Austausch. Im 13. Buch Dichtung und Wahrheit schrieb Goethe über Sophie: „Sie war die wunderbarste Frau, und ich wüsste ihr keine andre zu vergleichen. Schlank und zart gebaut, eher groß als klein, hatte sie bis in ihre höheren Jahre eine gewisse Eleganz […] zu erhalten gewusst, die zwischen dem Benehmen einer Edeldame und einer würdigen bürgerlichen Frau gar anmutig schwebte“. Musik von Maria Theresia von Paradies, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Gottfried Müthel u. a.; Texte von Sophie von La Roche, Johann Christian Günther, Charles Burney, Christian Friedrich Daniel Schubart u. a.
Ausführende: Michael Eberth, Clavichord | Peter Pius Irl, Lesung

Wolfgang Amadé Mozart und Johann Sebastian Bach – Musik für zwei Cembali

Sonntag, 16. Mai 2021, 11:11 Uhr ♦ Olching, KOM, Hauptstr. 68Exklusiv als Livestream!
IHR TICKET BEKOMMEN SIE DIREKT HIER:    https://streemy.de/product/ticket-187-matinee-w-a-mozart-und-j-s-bach/

PROGRAMM

Johann Sebastian Bach, Ouverture in D-Dur, BWV 1068

Die Orchestersuite oder Ouverture in D-Dur ist uns in Form von Orchesterstimmen aus den Jahren 1730/31 überliefert. Ob sie somit tatsächlich in der Leipziger Zeit komponiert wurde oder ob nur eine Abschrift von vorhandenem (Köthener?) Material erstellt wurde, bleibt unklar. Berühmt wurde die Suite vor allem durch die nach der umfangreichen Ouverture als zweiter Satz platzierte „Air“, ein Stück, das heute für Hochzeiten und Begräbnisse gleichermaßen taugt. Darauf folgen Gavotte I/II, Bouree I/II und Gigue.
Auch wenn das Arrangement der Orchestersuite für zwei Cembali aus unserer heutigen Zeit stammt, so entspricht das Umarbeiten und Uminstrumentieren durchaus der Praxis des 18. Jahrhunderts.

Wolfgang Amadé Mozart, Fuge in c-Moll für zwei Klaviere, KV 426 (Wien, 29. Dezember 1783)
Allegro moderato

Die Fuge ist sowohl als Autograph mit dem Titel Fuga à Due Cembali di Wolfgango Amadeo Mozart mpia [manu propria=aus meiner eigenen Hand] Vienna li 29 di decembre 1783, als auch als Erstausgabe mit der Bezeichnung Fuga per 2. Cembali Di W: A: Mozart al attuale Servizio di Sua Maesta J: è R: a Vienna presso Hoffmeister (Jan/Feb 1788) überliefert. Mozart greift hier, ähnlich wie bei der f-Moll-Fantasie (französische Ouverture und Doppelfuge), auf eine barocke Form zurück. Das Thema, es weist Ähnlichkeit mit dem Thema Regium aus Bachs Musikalischem Opfer auf, wird in rigoroser Konsequenz verarbeitet und durchgeführt, wie wir es selbst bei Bach selten antreffen. Das Werk beschließt eine „Fugen-Phase“ Mozarts, die im April 1782 auf Anregung von Baron von Swieten ihren Anfang nahm und reiht sich ein in eine Folge großartiger c-Moll-Stücke aus den Jahren 1783 und 1785 (KV Anh.39, 453a, 457, 475, Anh.44)

Wolfgang Amadé Mozart, Fantasie f-Moll für ein Orgelwerk in einer Uhr, KV 608
Allegro – Andante – Allegro

In Zusammenhang mit dem Tod des habsburgischen Feldmarschalls Gideon Freiherr von Laudon (1717-1790) entstanden Mozarts späten Werke für Flötenuhr KV 594, 608 und 616. Joseph Nepomuk Franz de Paula Graf Deym von Strzitez (1750-1804), genannt Müller, errichtete zu Ehren des Siegers in der Schlacht bei Kunersdorf und Maria Theresias erfolgreichsten Befehlshabers ein Mausole[um] mit einer Wachsfigur des Verstorbenen im gläsernen Sarg und mit antikisierendem Interieur. Diese Müllersche Kunstsammlung wurde 1791 am Wiener Stock-im-Eisen-Platz eröffnet. Um den optischen Eindruck zu verstärken, besorgte Graf Deym diverse Musikautomaten (Flötenuhren), in denen ein aufziehbares Uhrwerk einen Blasebalg und eine bestiftete Walze in Bewegung setzte, die dann wiederum ein kleines Orgelwerk zum Erklingen brachte. Kompositionsaufträge für diese Flötenuhren gingen auch an Mozart, der am 29. Dezember 1790 dafür die f-Moll-Fantasie KV 608 fertigstellte.

Die heute gespielte Einrichtung der in Partitur notierten Komposition für zwei Tasteninstrumente, entstammt einer postumen Erstausgabe mit dem Titel FANTAISIE/a quatre mains/pour le/Piano-Forte/composée/par/W.A.Mozart//a Vienne chez Jean Traeg dans la Singerstraße, Wien 1799, die unter der Signatur M.S.38684 in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien aufbewahrt wird. Der Autor der Bearbeitung war möglicherweise Johann Mederitsch, genannt Gallus.

Johann Sebastian Bach, Konzert für zwei Cembali in C-Dur, BWV 1061

Ursprünglich als Konzert „senza ripieno“, also ohne Beteiligung eines Orchesters, in zwei von Anna Magdalena Bachs Hand 1732/35 abgeschriebenen Cembalostimmen erhalten, ist das Werk in dieser Form einzigartig im Oeuvre Johann Sebastian Bachs. Die später von ihm hinzugefügten Streicherstimmen gestalten sich weitaus weniger autonom als die der anderen Konzerte für mehrere Cembali und Orchester. Viele der Konzerte für ein, zwei, drei und vier Cembali sind vermutlich Umarbeitungen von teilweise früher entstandenen Concerti für Oboe, Oboe d’Amore, sowie ein bzw. zwei Violinen. Wahrscheinlich erscheinen Aufführungen durch Johann Sebastian, zusammen mit seinen Söhnen und Schülern.