Ich bin mehr Herz als Kopf

Sonntag 27. Juni 2021, 11 Uhr und 16 Uhr, Augsburg, Festsaal im Schaezlerpalais
Ich bin mehr Herz als Kopf – Musik und Texte der Empfindsamkeit

Die 1730 in Kaufbeuren gebürtige Dichterin Sophie von La Roche hielt als Salonniére engen Kontakt zu weiten Kreisen der aufklärerischen Intelligenz in Deutschland, darunter Wieland, Lavater, Basedow, Jung-Stilling, Schiller und Goethe. Mit der blinden Wiener Pianistin Maria Theresia von Paradies pflegte sie einen freundschaftlichen Austausch. Im 13. Buch Dichtung und Wahrheit schrieb Goethe über Sophie: „Sie war die wunderbarste Frau, und ich wüsste ihr keine andre zu vergleichen. Schlank und zart gebaut, eher groß als klein, hatte sie bis in ihre höheren Jahre eine gewisse Eleganz […] zu erhalten gewusst, die zwischen dem Benehmen einer Edeldame und einer würdigen bürgerlichen Frau gar anmutig schwebte“. Musik von Maria Theresia von Paradies, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Gottfried Müthel u. a.; Texte von Sophie von La Roche, Johann Christian Günther, Charles Burney, Christian Friedrich Daniel Schubart u. a.
Ausführende: Michael Eberth, Clavichord | Peter Pius Irl, Lesung

Wolfgang Amadé Mozart und Johann Sebastian Bach – Musik für zwei Cembali

Sonntag, 16. Mai 2021, 11:11 Uhr ♦ Olching, KOM, Hauptstr. 68Exklusiv als Livestream!
IHR TICKET BEKOMMEN SIE DIREKT HIER:    https://streemy.de/product/ticket-187-matinee-w-a-mozart-und-j-s-bach/

PROGRAMM

Johann Sebastian Bach, Ouverture in D-Dur, BWV 1068

Die Orchestersuite oder Ouverture in D-Dur ist uns in Form von Orchesterstimmen aus den Jahren 1730/31 überliefert. Ob sie somit tatsächlich in der Leipziger Zeit komponiert wurde oder ob nur eine Abschrift von vorhandenem (Köthener?) Material erstellt wurde, bleibt unklar. Berühmt wurde die Suite vor allem durch die nach der umfangreichen Ouverture als zweiter Satz platzierte „Air“, ein Stück, das heute für Hochzeiten und Begräbnisse gleichermaßen taugt. Darauf folgen Gavotte I/II, Bouree I/II und Gigue.
Auch wenn das Arrangement der Orchestersuite für zwei Cembali aus unserer heutigen Zeit stammt, so entspricht das Umarbeiten und Uminstrumentieren durchaus der Praxis des 18. Jahrhunderts.

Wolfgang Amadé Mozart, Fuge in c-Moll für zwei Klaviere, KV 426 (Wien, 29. Dezember 1783)
Allegro moderato

Die Fuge ist sowohl als Autograph mit dem Titel Fuga à Due Cembali di Wolfgango Amadeo Mozart mpia [manu propria=aus meiner eigenen Hand] Vienna li 29 di decembre 1783, als auch als Erstausgabe mit der Bezeichnung Fuga per 2. Cembali Di W: A: Mozart al attuale Servizio di Sua Maesta J: è R: a Vienna presso Hoffmeister (Jan/Feb 1788) überliefert. Mozart greift hier, ähnlich wie bei der f-Moll-Fantasie (französische Ouverture und Doppelfuge), auf eine barocke Form zurück. Das Thema, es weist Ähnlichkeit mit dem Thema Regium aus Bachs Musikalischem Opfer auf, wird in rigoroser Konsequenz verarbeitet und durchgeführt, wie wir es selbst bei Bach selten antreffen. Das Werk beschließt eine „Fugen-Phase“ Mozarts, die im April 1782 auf Anregung von Baron von Swieten ihren Anfang nahm und reiht sich ein in eine Folge großartiger c-Moll-Stücke aus den Jahren 1783 und 1785 (KV Anh.39, 453a, 457, 475, Anh.44)

Wolfgang Amadé Mozart, Fantasie f-Moll für ein Orgelwerk in einer Uhr, KV 608
Allegro – Andante – Allegro

In Zusammenhang mit dem Tod des habsburgischen Feldmarschalls Gideon Freiherr von Laudon (1717-1790) entstanden Mozarts späten Werke für Flötenuhr KV 594, 608 und 616. Joseph Nepomuk Franz de Paula Graf Deym von Strzitez (1750-1804), genannt Müller, errichtete zu Ehren des Siegers in der Schlacht bei Kunersdorf und Maria Theresias erfolgreichsten Befehlshabers ein Mausole[um] mit einer Wachsfigur des Verstorbenen im gläsernen Sarg und mit antikisierendem Interieur. Diese Müllersche Kunstsammlung wurde 1791 am Wiener Stock-im-Eisen-Platz eröffnet. Um den optischen Eindruck zu verstärken, besorgte Graf Deym diverse Musikautomaten (Flötenuhren), in denen ein aufziehbares Uhrwerk einen Blasebalg und eine bestiftete Walze in Bewegung setzte, die dann wiederum ein kleines Orgelwerk zum Erklingen brachte. Kompositionsaufträge für diese Flötenuhren gingen auch an Mozart, der am 29. Dezember 1790 dafür die f-Moll-Fantasie KV 608 fertigstellte.

Die heute gespielte Einrichtung der in Partitur notierten Komposition für zwei Tasteninstrumente, entstammt einer postumen Erstausgabe mit dem Titel FANTAISIE/a quatre mains/pour le/Piano-Forte/composée/par/W.A.Mozart//a Vienne chez Jean Traeg dans la Singerstraße, Wien 1799, die unter der Signatur M.S.38684 in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien aufbewahrt wird. Der Autor der Bearbeitung war möglicherweise Johann Mederitsch, genannt Gallus.

Johann Sebastian Bach, Konzert für zwei Cembali in C-Dur, BWV 1061

Ursprünglich als Konzert „senza ripieno“, also ohne Beteiligung eines Orchesters, in zwei von Anna Magdalena Bachs Hand 1732/35 abgeschriebenen Cembalostimmen erhalten, ist das Werk in dieser Form einzigartig im Oeuvre Johann Sebastian Bachs. Die später von ihm hinzugefügten Streicherstimmen gestalten sich weitaus weniger autonom als die der anderen Konzerte für mehrere Cembali und Orchester. Viele der Konzerte für ein, zwei, drei und vier Cembali sind vermutlich Umarbeitungen von teilweise früher entstandenen Concerti für Oboe, Oboe d’Amore, sowie ein bzw. zwei Violinen. Wahrscheinlich erscheinen Aufführungen durch Johann Sebastian, zusammen mit seinen Söhnen und Schülern.

Abramo – Oratorium von Pietro Torri (moderne Welturaufführung)!

Sonntag, 20. September 2020, 18 Uhr ♦ Aalen, OstertagAbramo (München 1731) von Pietro TorriRobert Crowe, Angelo — Sopran, Mark Adler, Abramo — Altus; Annette Fischer, Sara — Sopran; Julia Böhme, Isacco — SopranCoro (Chor) — Freunde und Anhänger Abrahams: Sandra Röddiger — Sopran; Eddie Wolff — Tenor; Andreas Donner — BassEnsembles Palestra Musica und Lux et Umbrae: Verena Eggensberger* und Julia Unterhofer* — Violine; Maximiliane Norwood* — Viola; Daniela Wartenberg — Violoncello; Vanessa Lorenz* — Violone; Sayaka Matsunaga* — CembaloMichael Eberth — Dirigent, Cembalo und Organo*Studierende an der Hochschule für Musik und Theater München

Detaillierte Informationen

Orgelkonzert

Abgesagt! ♦ Sonntag, 30. August 2020, 15 Uhr ♦ Peglio (CO)Chiesa di SS Eusebio ed VittoreAntegnati-Orgel von ca. 1620Werke von Girolamo Cavazzoni, Giovanni Gabrieli, Girolamo Frescobaldi, Hans Leo Hassler, Christian Erbach und Johann Kaspar Kerll

Musiker auf Reisen – Auf dem Weg zwischen Prag und Wien

Sonntag, 26. Juli 2020, 19 Uhr ♦ München, St. Johannes-Kirche, Preysingplatz ♦ Alena Hellerová, Sopran Jan Čižmář Theorbe, Laute Michael Eberth, Orgel und Cembalo Theona Gubba-Chkheidze, Violine Julia Scheerer, Violine Domen Marinčič, Viola da Gamba Joel Frederiksen, Bass, Erzlaute & Leitung

Programm:

Samuel Friedrich Capricornus (1628 1665)
Exaudi me Domine quoniam benigna est

Giovanni Felice Sances (1600 1679)
Stabat mater (Pianto della Madonna)

Johann Kaspar Kerll (1627 1693)
Toccata prima

Giovanni Felice Sances
Dominus possedit me

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 1704)
Rosenkranz Sonata 1: Maria Verkündigung

Heinrich Ignaz Franz Biber
Salve Regina (Bearbeitung: Domen Marinčič)

Samuel Friedrich Capricornus
Sonata (in Bertali)

Antonio Bertali (1605 1669)
Omnes sancti angeli (Geistliches Oster-Konzert)

 Gottfried Finger (ca. 1660 1730)
Suite in A-Dur

Pavel Josef Vejvanovský (ca. 1633 1693)
Quid quid agam

Pavel Josef Vejvanovský
O bona crux

Samuel Friedrich Capricornus
Jauchzet dem Herrn alle Welt