Von Annavasanna bis Modocomor

Freitag, 23. Januar und Samstag, 24. Januar 2026 ♦ Universität Mozarteum Salzburg, Fronburg, Hellbrunner Alle 53, Großer Saal ♦ Von Annavasanna bis Modocomor – Musik der Buxheimer Tabulatur für Instrumente und Gesang ♦ Workshop zur Aufführungspraxis der Musik des 15. Jahrhunderts ♦ bitte beachten: es handelt sich um eine Mozarteum-interne Veranstaltung

Orgelmusik zur Marktzeit

Samstag, 17. Januar 2026, 11:30 Uhr ♦ Kirche St. Anna, Fuggerstraße 8, 86150 Augsburg ♦ Orgelmusik zur Marktzeit ♦ Orgelmusik von Jean-Adam Guilain, Thomas Daniel Schlee (+ 10.11.2025) und Michel Corrette
Michael Eberth, Orgel

 

Programm

Jean Adam Guilain (ca.1680 – ca.1739)
Suite du second ton (aus Pièces d’Orgue pour le Magnificat … 1707)
Prélude – Tierce en taille – Duo – Basse du Trompette –
Trio de Flutes – Dialogue – Petite Plein Jeu

 Thomas Daniel Schlee (1957 – 10.11.2025)
Prélude op.6/IV (1981)

 Michel Corrette (1709-1795)
aus Suite du 2e ton „mit dem Donner“ (aus Pièces pour l’Orgue dans un
Genre Nouveau, à l’usage des Dames Religieuses et à ceux qui
touchent l’Orgue
, Paris 1787)
Plein jeu – Duo en Rondeau – Trio pour les Flûtes –
[sans désignation] – Grand jeu avec le tonnerre

Weihnachtliche Orgelmusik

Samstag, 20. Dezember 2024, 12 Uhr ♦ Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, RosenheimBesinnung am Mittag – Weihnachtliche Orgelmusik der Hansestädtevon Franz Tunder, Heinrich Scheidemann, Paul Siefert, Matthias Weckmann, Delphin Strunck, Piotr Drusiński und Melchior Schildt Michael Eberth Orgel, Angelika Radowitz, Bassdulcian

Programm

Franz Tunder (Lübeck 1614 – 1667)
Præludium in g
(aus Mus.ant.pract. KN 207/16, Ratsbücherei Lüneburg)

 Paul Siefert (Danzig 1586 – 1666)
Puer natus in Bethlehem
8 Variationen
(aus Ms. Lynar B1, Staatsbibl. Berlin)

 Matthias Weckmann (Hamburg 1616 – 1674)
Gelobet seystu Jesu Christ
Primus versus à 4 – Secundus versus Auff 2 Clavir – Tertius versus A 3 Voc
(aus Mus.ant.pract. KN 207/21, Ratsbücherei Lüneburg)

 Delphin Strungk (Braunschweig 1601 – 1694)
Verbum caro factum est (Intavolierung einer Motette von Hans Leo Hassler)
(aus Mus.ant.pract. KN 209, Ratsbücherei Lüneburg)

 Piotr Drusiński (Danzig 15?? – 1611)
Resonat in laudibus
(aus der Olivaer Orgeltabulatur F 15-286)

Anonymus (Lüneburg, 17. Jhdt.)
Resonet in laudibus
Christum wir sollen loben schon
(aus Mus.ant.pract KN 2081 Lüneburger Orgeltabulatur)

Heinrich Scheidemann (Hamburg 1596 – 1663)
Vom Himmel hoch da komm ich her
3 Verse
(aus Mus.ant.pract KN 2082 Lüneburger Orgeltabulatur)

Okzident und Orient – Geschichten aus Hundertundeiner Nacht

Samstag, 6. Dezember 2025, 19:00 UhrRokokosaal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10, 86152 Augsburg ♦ Okzident und Orient – Geschichten aus Hundertundeiner Nacht mit spanischer, italienischer und deutscher Musik der Renaissance ♦ Ausführende: Claudia Ott, Lesung/Performance und Ensemble Palestra Musica mit Angelika Radowitz, hist. Blasinstrumente; Markus Bartholomé, Blockflöten; Michael Eberth, Cembalo und Clavicytherium. Eine Veranstaltung von FAMA (Forum Alte Musik Augsburg e.V.)

Die weltberühmte Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht, die aus Indien über Persien in die arabische Welt wanderte, beflügelt seit Jahrhunderten die Orientfantasien Europas. Zeitgleich mit der Epoche der europäischen Renaissance entstanden in Ägypten und Syrien die arabischen Originalhandschriften, auf die sich die Neuübersetzung von Claudia Ott stützt. Doch auch der Orient hatte seinen Okzident. Die „kleine Schwester“ von Tausendundeine Nacht, Hundertundeine Nacht, wuchs und gedieh im arabischen Westen, also im Maghreb und al-Andalus im heutigen Spanien. Wir verbinden Geschichten aus beiden Werken mit spanischer, italienischer und deutscher Renaissancemusik auf Nachbauten von Originalinstrumenten.

Für alle, die ein individuelles Weihnachtsgeschenk suchen, gibt es nach dem Konzert die Möglichkeit, am Büchertisch ein von Frau Ott signiertes Exemplar der Geschichten aus 101 Nacht in einer bibliophilen Ausgabe des Manesse Verlags oder die Neuübersetzung von 1001 Nacht im Verlag C.H.Beck zu erwerben.

„Jacobus Fugger Civis Augustae“

Samstag, 15. November 2025, 11:30 bis 21:00 Uhr ♦ Kirche St. Anna, Fuggerstraße 8, 86150 Augsburg ♦ Festival „Jacobus Fugger Civis Augustae“ – Ein Tag im Zeichen von Jakob Fugger (1459 – 1525) ♦ Konzerte, Führung, Workshop ♦ Eine Veranstaltung von FAMA; detaillierte Info zu Programm und Kartenvorverkauf HIER

Keine Person ist wohl stärker mit der Geschichte, dem Reichtum und der Entwicklung der Stadt Augsburg bis in unsere heutige Zeit verbunden als Jakob Fugger von der Lilie, genannt der Reiche. Anlässlich seines fünfhundertsten Todesjahres ist es dem Forum Alte Musik Augsburg e.V. (FAMA) ein Bedürfnis, ja eine Freude, dem Geschäftsmann, Bankier, Mäzen und Global-Player der Renaissance einen Tag mit Musik zu widmen, die während seines Lebens entstanden und zum Teil von ihm veranlasst wurde. Kein Ort eignet sich dafür besser, als der, den er maßgeblich nach modernster Florentiner Architektur gestalten und mit erstrangiger Kunst ausstatten ließ und an dem er auch begraben ist: die ehem. Klosterkirche der Karmelitermönche St. Anna und die darin errichtete Fuggerkapelle.

Kartenvorverkauf und Reservierung: Karten zu 26,00 Euro, ermäßigt 18,00 Euro, an der Konzertkasse. Kartenvorverkauf über die Tourist-Information am Rathausplatz (Rathausplatz 1, 86150 Augsburg) und online bei reservix.
Festivalpass „Jacobus Fugger Civis Augustae“: 50,00 Euro (erm. 30,00 Euro) an der Konzertkasse. Kartenvorverkauf über die Tourist-Information am Rathausplatz (Rathausplatz 1, 86150 Augsburg) und online bei reservix

 

Samstag, 15. November 2025, 11:30 Uhr – 12:15 Uhr, Fuggerkapelle

Pfeifen und Saiten im Dialog

Italienische und süddeutsche Tastenmusik zur Zeit Jakob Fuggers

Karten: Eintritt frei

Erstmals in Augsburg zu hören und zu sehen, entführt der Nachbau einer gotischen „Taubenei“-Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Winold van der Putten nach Plänen von Arnaut von Zwolle (1400 – ca. 1466), zusammen mit dem Nachbau eines Clavicytheriums aus dem Jahr 1480, in die Klangwelt des jungen Jakob Fugger, einer Zeit, in der sich die Berühmtheit des Tastenspielers weitaus mehr an seinen Fähigkeiten in der Improvisation als in der Komposition maß. Mit Werken aus dem Codex Faenza (ca. 1420), der Buxheimer Tabulatur (um 1460), dem Codex Amerbach (1513 – 1532) sowie der Sammlung aus Castell’Arquato (frühes 16. Jhdt.) bereiten Sabine Lutzenberger, Brett Leighton und Michael Eberth ein einzigartiges und in Augsburg garantiert bisher nie gehörtes Klangerlebnis.

Ausführende: Sabine Lutzenberger, Gesang | Brett LeightonMichael Eberth, gotische Orgel und Clavicytherium


Samstag, 15. November 2025, 12:30 Uhr – 14:00 Uhr, Fuggerkapelle

Führung in der Fuggerkapelle

Karten: 10,00 Euro an der Konzertkasse

Als erster Renaissancebau nördlich der Alpen, von Albrecht Dürer mitkonzipiert, dient die Fuggerkapelle in St. Anna als Familiengrablege der Familie Fugger. Die dort von Jakob Fugger gestiftete Orgel des Orgelbauers Jan Behaim von Dubrau entstand in Zusammenarbeit mit dem berühmten Organisten und Orgellehrer Paul Hofhaimer, als dieser auf Wunsch von Kaiser Maximilian I. ab 1507 in Augsburg wohnte und wirkte. Die Spielanlage und das Pfeifenwerk der Orgel sind nicht mehr erhalten, das Gehäuse ist rekonstruiert, allein die Flügeltüren sind erhalten. Mit der Betrachtung der Portraits von Jakob Fugger und seinen Brüdern auf einem der großen Orgelflügel, sowie mit dem mit großer Wahrscheinlichkeit von Hofhaimer angeregten Bildprogramm „Entstehung und Verbreitung der Musik“ auf den Flügeltüren des Rückpositivs, tauchen wir ein in das Augsburg um 1500.

Ausführende: Dr. Gregor Nagler und Hans Ganser MA


Samstag, 15. November 2025, 14:15 Uhr – 15:45 Uhr, Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg, Zeugplatz 4, 86150 Augsburg, Raum Z1, 2. Stock

Musik der Renaissance

Blockflötenensemble – Workshop

Anmeldung (bitte dieses Formular benutzen) ist bis 1. November 2025 möglich. Kursgebühr 30,00 Euro pro Teilnehmer.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Gelegenheit im Ensemblespiel Musik aus der Zeit um 1500 kennenzulernen oder ihre Erfahrung zu vertiefen. Fragen zum Instrumentarium, Intonation im Ensemble, Hilfestellung und Tipps bei technischen Problemen werden ebenso Teil des Workshops sein wie Stilistik und Einordnung in den historischen Kontext. Der Kurs richtet sich an Blockflötenbegeisterte jeden Alters mit guten Basiskenntnissen, an Schülerinnen und Schülern, Studierende und interessierte Musikschullehrkräfte. Die Teilnehmenden werden ihrer spielerischen Erfahrung nach in Ensembles eingeteilt. Auch bereits bestehende Ensembles sind willkommen.

Bei Fragen vorab bitte direkt die Dozentin unter info@irislichtinger.com kontaktieren.

Dozentin: Iris Lichtinger


Samstag, 15. November 2025, 16:00 Uhr – 17:00 Uhr, im Innenhof – bei schlechtem Wetter im Ostchor der Kirche

Piccola Venezia

Italienische Liebeslyrik im Hause Fugger

In Venedig wurden Bücher aller Genres gedruckt und fanden von dort aus den Weg in die Welt. Einer der bedeutenden venezianischen Buchdrucker und Musikverleger war Ottaviano Petrucci (1466 – 1539), der den Notendruck mit beweglichen Metalltypen erfand und so die Musikwelt revolutionierte. Das Programm bringt populäre Liebeslieder der oberitalienischen Höfe zu Gehör.

Die Frottola, entstanden im 15. Jahrhundert in mündlich-improvisatorisches Praxis und nur vereinzelt schriftlich überliefert, entwickelte sich bald zu einer höchst erfolgreichen kompositorischen Gattung. Durch die regen Handelsbeziehungen der Fugger gelangte sie auch in die Augsburger Fugger-Häuser, wo auch italienische Musiker zu Gast waren und im Umkreis der der Hofkapelle Kaiser Maximilians auf hohem Niveau musiziert wurde. Auf dem Programm stehen Kompositionen berühmter Musiker wie Serafino Ciminelli dell’Aquila, Niccolò da Correggio, Bartolomeo Tromboncino und Marchetto Cara.

Ausführende: Sabine Lutzenberger, Gesang | Baptiste Romain, Lira da braccio, Renaissancevioline | Vincent Kibildis, Harfe | Marc Lewon, Laute


Samstag, 15. November 2025, 19:00 Uhr – 20:00 Uhr, St. Annakirche

Das Augsburger Liederbuch, der Codex Pernner und die Fugger-Handschrift Wien, Österr. Nationalbibliothek. 18810

Musikschätze im Umkreis Jakob Fuggers des Reichen

Die in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg verwahrte umfangreiche Handschrift 2° Cod. 142a, angefertigt zwischen ca. 1505 und 1518, gelangte später aus dem Besitz des Augsburger Patriziers Hans Heinrich Herwart (1520 – 1583) in die 1537 gegründete Augsburger Stadtbibliothek. Als Spiegelbild des hohen Niveaus der Musikpflege des Augsburger Patriziats ist das Augsburger Liederbuch ein höchst wertvolles Dokument urbaner Kultur des beginnenden 16. Jahrhunderts. Der Codex Pernner aus dem vermutlichen Besitz von Paul Hofhaimer und im Scriptorium der Karmeliter von St. Anna gebunden, enthält, ebenso wie das Augsburger Liederbuch, vorwiegend untextierte Stücke. Er dokumentiert die Musikpflege der kaiserlichen Hofkapelle und der professionellen Augsburger Stadtmusiker etwa um 1521. Direkt aus dem Besitz der Fugger stammt die heute in Wien aufbewahrte Handschrift mit der Bibliotheksnummer 18810. Sie wurde von Bernhard Rem, dem ersten Organisten der von Jakob Fugger für St. Anna gestifteten Orgel, geschrieben. In ihr finden sich hauptsächlich textlose Sätze, u.a. vom berühmten „Dreigestirn“ der Epoche, Heinrich Isaac, Ludwig Senfl und Paul Hofhaimer.

Ausführende: Ensemble FAMA: Mario Lesiak, Tenor und Laute | Iris Lichtinger, Blockflöten | Angelika Radowitz, Dulcian | Michael Eberth, Orgel und Clavicytherium und Gäste