Okzident und Orient – Geschichten aus Hundertundeiner Nacht

Samstag, 6. Dezember 2025, 19:00 UhrRokokosaal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10, 86152 Augsburg ♦ Okzident und Orient – Geschichten aus Hundertundeiner Nacht mit spanischer, italienischer und deutscher Musik der Renaissance ♦ Ausführende: Claudia Ott, Lesung/Performance und Ensemble Palestra Musica mit Angelika Radowitz, hist. Blasinstrumente; Markus Bartholomé, Blockflöten; Michael Eberth, Cembalo und Clavicytherium. Eine Veranstaltung von FAMA (Forum Alte Musik Augsburg e.V.)

Die weltberühmte Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht, die aus Indien über Persien in die arabische Welt wanderte, beflügelt seit Jahrhunderten die Orientfantasien Europas. Zeitgleich mit der Epoche der europäischen Renaissance entstanden in Ägypten und Syrien die arabischen Originalhandschriften, auf die sich die Neuübersetzung von Claudia Ott stützt. Doch auch der Orient hatte seinen Okzident. Die „kleine Schwester“ von Tausendundeine Nacht, Hundertundeine Nacht, wuchs und gedieh im arabischen Westen, also im Maghreb und al-Andalus im heutigen Spanien. Wir verbinden Geschichten aus beiden Werken mit spanischer, italienischer und deutscher Renaissancemusik auf Nachbauten von Originalinstrumenten.

„Jacobus Fugger Civis Augustae“

Samstag, 15. November 2025, 11:30 bis 21:00 Uhr ♦ Kirche St. Anna, Fuggerstraße 8, 86150 Augsburg ♦ Festival „Jacobus Fugger Civis Augustae“ – Ein Tag im Zeichen von Jakob Fugger (1459 – 1525) ♦ Konzerte, Führung, Workshop ♦ Eine Veranstaltung von FAMA; detaillierte Info zu Programm und Kartenvorverkauf HIER

Keine Person ist wohl stärker mit der Geschichte, dem Reichtum und der Entwicklung der Stadt Augsburg bis in unsere heutige Zeit verbunden als Jakob Fugger von der Lilie, genannt der Reiche. Anlässlich seines fünfhundertsten Todesjahres ist es dem Forum Alte Musik Augsburg e.V. (FAMA) ein Bedürfnis, ja eine Freude, dem Geschäftsmann, Bankier, Mäzen und Global-Player der Renaissance einen Tag mit Musik zu widmen, die während seines Lebens entstanden und zum Teil von ihm veranlasst wurde. Kein Ort eignet sich dafür besser, als der, den er maßgeblich nach modernster Florentiner Architektur gestalten und mit erstrangiger Kunst ausstatten ließ und an dem er auch begraben ist: die ehem. Klosterkirche der Karmelitermönche St. Anna und die darin errichtete Fuggerkapelle.

Kartenvorverkauf und Reservierung: Karten zu 26,00 Euro, ermäßigt 18,00 Euro, an der Konzertkasse. Kartenvorverkauf über die Tourist-Information am Rathausplatz (Rathausplatz 1, 86150 Augsburg) und online bei reservix.
Festivalpass „Jacobus Fugger Civis Augustae“: 50,00 Euro (erm. 30,00 Euro) an der Konzertkasse. Kartenvorverkauf über die Tourist-Information am Rathausplatz (Rathausplatz 1, 86150 Augsburg) und online bei reservix

 

Samstag, 15. November 2025, 11:30 Uhr – 12:15 Uhr, Fuggerkapelle

Pfeifen und Saiten im Dialog

Italienische und süddeutsche Tastenmusik zur Zeit Jakob Fuggers

Karten: Eintritt frei

Erstmals in Augsburg zu hören und zu sehen, entführt der Nachbau einer gotischen „Taubenei“-Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Winold van der Putten nach Plänen von Arnaut von Zwolle (1400 – ca. 1466), zusammen mit dem Nachbau eines Clavicytheriums aus dem Jahr 1480, in die Klangwelt des jungen Jakob Fugger, einer Zeit, in der sich die Berühmtheit des Tastenspielers weitaus mehr an seinen Fähigkeiten in der Improvisation als in der Komposition maß. Mit Werken aus dem Codex Faenza (ca. 1420), der Buxheimer Tabulatur (um 1460), dem Codex Amerbach (1513 – 1532) sowie der Sammlung aus Castell’Arquato (frühes 16. Jhdt.) bereiten Sabine Lutzenberger, Brett Leighton und Michael Eberth ein einzigartiges und in Augsburg garantiert bisher nie gehörtes Klangerlebnis.

Ausführende: Sabine Lutzenberger, Gesang | Brett LeightonMichael Eberth, gotische Orgel und Clavicytherium


Samstag, 15. November 2025, 12:30 Uhr – 14:00 Uhr, Fuggerkapelle

Führung in der Fuggerkapelle

Karten: 10,00 Euro an der Konzertkasse

Als erster Renaissancebau nördlich der Alpen, von Albrecht Dürer mitkonzipiert, dient die Fuggerkapelle in St. Anna als Familiengrablege der Familie Fugger. Die dort von Jakob Fugger gestiftete Orgel des Orgelbauers Jan Behaim von Dubrau entstand in Zusammenarbeit mit dem berühmten Organisten und Orgellehrer Paul Hofhaimer, als dieser auf Wunsch von Kaiser Maximilian I. ab 1507 in Augsburg wohnte und wirkte. Die Spielanlage und das Pfeifenwerk der Orgel sind nicht mehr erhalten, das Gehäuse ist rekonstruiert, allein die Flügeltüren sind erhalten. Mit der Betrachtung der Portraits von Jakob Fugger und seinen Brüdern auf einem der großen Orgelflügel, sowie mit dem mit großer Wahrscheinlichkeit von Hofhaimer angeregten Bildprogramm „Entstehung und Verbreitung der Musik“ auf den Flügeltüren des Rückpositivs, tauchen wir ein in das Augsburg um 1500.

Ausführende: Dr. Gregor Nagler und Hans Ganser MA


Samstag, 15. November 2025, 14:15 Uhr – 15:45 Uhr, Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg, Zeugplatz 4, 86150 Augsburg, Raum Z1, 2. Stock

Musik der Renaissance

Blockflötenensemble – Workshop

Anmeldung (bitte dieses Formular benutzen) ist bis 1. November 2025 möglich. Kursgebühr 30,00 Euro pro Teilnehmer.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Gelegenheit im Ensemblespiel Musik aus der Zeit um 1500 kennenzulernen oder ihre Erfahrung zu vertiefen. Fragen zum Instrumentarium, Intonation im Ensemble, Hilfestellung und Tipps bei technischen Problemen werden ebenso Teil des Workshops sein wie Stilistik und Einordnung in den historischen Kontext. Der Kurs richtet sich an Blockflötenbegeisterte jeden Alters mit guten Basiskenntnissen, an Schülerinnen und Schülern, Studierende und interessierte Musikschullehrkräfte. Die Teilnehmenden werden ihrer spielerischen Erfahrung nach in Ensembles eingeteilt. Auch bereits bestehende Ensembles sind willkommen.

Bei Fragen vorab bitte direkt die Dozentin unter info@irislichtinger.com kontaktieren.

Dozentin: Iris Lichtinger


Samstag, 15. November 2025, 16:00 Uhr – 17:00 Uhr, im Innenhof – bei schlechtem Wetter im Ostchor der Kirche

Piccola Venezia

Italienische Liebeslyrik im Hause Fugger

In Venedig wurden Bücher aller Genres gedruckt und fanden von dort aus den Weg in die Welt. Einer der bedeutenden venezianischen Buchdrucker und Musikverleger war Ottaviano Petrucci (1466 – 1539), der den Notendruck mit beweglichen Metalltypen erfand und so die Musikwelt revolutionierte. Das Programm bringt populäre Liebeslieder der oberitalienischen Höfe zu Gehör.

Die Frottola, entstanden im 15. Jahrhundert in mündlich-improvisatorisches Praxis und nur vereinzelt schriftlich überliefert, entwickelte sich bald zu einer höchst erfolgreichen kompositorischen Gattung. Durch die regen Handelsbeziehungen der Fugger gelangte sie auch in die Augsburger Fugger-Häuser, wo auch italienische Musiker zu Gast waren und im Umkreis der der Hofkapelle Kaiser Maximilians auf hohem Niveau musiziert wurde. Auf dem Programm stehen Kompositionen berühmter Musiker wie Serafino Ciminelli dell’Aquila, Niccolò da Correggio, Bartolomeo Tromboncino und Marchetto Cara.

Ausführende: Sabine Lutzenberger, Gesang | Baptiste Romain, Lira da braccio, Renaissancevioline | Vincent Kibildis, Harfe | Marc Lewon, Laute


Samstag, 15. November 2025, 19:00 Uhr – 20:00 Uhr, St. Annakirche

Das Augsburger Liederbuch, der Codex Pernner und die Fugger-Handschrift Wien, Österr. Nationalbibliothek. 18810

Musikschätze im Umkreis Jakob Fuggers des Reichen

Die in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg verwahrte umfangreiche Handschrift 2° Cod. 142a, angefertigt zwischen ca. 1505 und 1518, gelangte später aus dem Besitz des Augsburger Patriziers Hans Heinrich Herwart (1520 – 1583) in die 1537 gegründete Augsburger Stadtbibliothek. Als Spiegelbild des hohen Niveaus der Musikpflege des Augsburger Patriziats ist das Augsburger Liederbuch ein höchst wertvolles Dokument urbaner Kultur des beginnenden 16. Jahrhunderts. Der Codex Pernner aus dem vermutlichen Besitz von Paul Hofhaimer und im Scriptorium der Karmeliter von St. Anna gebunden, enthält, ebenso wie das Augsburger Liederbuch, vorwiegend untextierte Stücke. Er dokumentiert die Musikpflege der kaiserlichen Hofkapelle und der professionellen Augsburger Stadtmusiker etwa um 1521. Direkt aus dem Besitz der Fugger stammt die heute in Wien aufbewahrte Handschrift mit der Bibliotheksnummer 18810. Sie wurde von Bernhard Rem, dem ersten Organisten der von Jakob Fugger für St. Anna gestifteten Orgel, geschrieben. In ihr finden sich hauptsächlich textlose Sätze, u.a. vom berühmten „Dreigestirn“ der Epoche, Heinrich Isaac, Ludwig Senfl und Paul Hofhaimer.

Ausführende: Ensemble FAMA: Mario Lesiak, Tenor und Laute | Iris Lichtinger, Blockflöten | Angelika Radowitz, Dulcian | Michael Eberth, Orgel und Clavicytherium und Gäste

Missa sancti Francisci Seraphici

Sonntag, 12. Oktober 2025, 10 Uhr ♦ Ingolstadt, Franziskanerkirche ♦ Michael Haydn, Missa sancti Francisci Seraphici, MH 119 Aufführung im Rahmen eines Pontifikalamt in der Franziskanerbasilika in Ingolstadt anlässlich der 750-Jahrfeier des Franziskanerklosters, zelebriert von H.H. Erzbischof Nikola Eterović, apostolischer Nuntius in Deutschland, Solisten des Chores des Bayerischen Rundfunks und des Ingolstädter Motettenchors sowie einem Ensemble unter Leitung von Dr. Jan-Piet Knijff Michael Eberth, Orgel

Nel regno d’Amore

Sonntag, 5. Oktober 2025, 14 Uhr ♦ Mars-Venus-Saal, Bayerisches Nationalmuseum München Nel regno d’Amore – Musik von Giovanni Felice Sances in Solo, Dialog und Terzett Ensemble Phoenix-Munich

Giovanni Felice Sances (1600-79) war ein italienischer Komponist und Sänger, der seine erste musikalische Ausbildung von 1609 bis 1614 als Knabensopranist am Collegio Germanico in Rom genoss. Im Jahr 1633 widmete er dem Markgrafen Pio Enea degli Obizzi zwei Bände mit Kantaten, bevor er im Dezember 1636 als Tenor Teil der Kapelle Kaiser Ferdinands II. am kaiserlichen Hof in Wien wurde, wo er auch unter Ferdinand III. und Leopold I. verweilte. 1669 trat er schließlich die Nachfolge Antonio Bertalis als Kapellmeister an, eine Position, die er bis zu seinem Tod innehatte. Während seiner Dienstzeit in Wien war er als Komponist von geistlicher Musik, Opern, Sepolcri und weltlicher Kammermusik tätig.

Sances Karriere umspannt eine entscheidende Periode in der Entwicklung der italienischen weltlichen Musik und seine Werke offenbaren einen Komponisten von großem Können. Vier seiner veröffentlichten Bände mit weltlicher Musik sind erhalten. Die Werke des ersten, Cantade – Libro Secondo von 1633, gehören zu den frühesten Kompositionen, die die Bezeichnung „Kantate“ tragen.

Das Ensemble Phoenix Munich wird in diesem Konzertprogramm eine Auswahl von Sances‘ besten ein-, zwei- und dreistimmigen Werken präsentieren – virtuose, ausdrucksstarke und schöne Musik – begleitet von Theorbe, Erzlaute, Barockgitarre, Cembalo und Harfe. Zwischen den Vokalwerken erklingen Instrumentalkompositionen von Sances Zeitgenossen in Wien.

Programm

 Giovanni Felice Sances (ca. 1600 – 1679)
Fuggite ò pianti tornate ò canti. Arietta A 3.
Il Quarto Libro delle Cantate et Arie a voce sola, Venezia 1636

Giovanni Felice Sances
Usurpator tiranno
Cantada à voce sola sopra il Passacaglie, Cantade, Libro Secondo, Parte Prima, Venetia 1633

Girolamo Frescobaldi (1583 1643)
Toccata per Spinetina sola, over Liuto

Giovanni Felice Sances
Dominus possedit me
Mottetti a voce sola (1638, Venezia)

Giovanni Felice Sances
Accenti queruli. Cantata à voce sola sopra la Ciaccona
Cantade, Book 2, Venezia 1633

Giovanni Felice Sances
L’infortunio d’Angelica, Dialogo à 3 voci
Interlocutori Testo, Angelica, e Rugiero. Capricci poetici, 1649
Già dell‘ horrido Mostro (Testo, Angelica)
Fortunata povertà (Coro)
Non proferì parola (Testo)
Fanciulletta verginella (Coro)
Lacrimosa ma bella (Testo, Angelica)
Sciocchi amanti che credete (Ruggiero, Coro)

Girolamo Frescobaldi
Canzon Quinta à 4
Il Primo Libro delle Canzoni, 1634

Giovanni Felice Sances
Fuggi, fuggi mio cor l’esca del dolce sguardo
Il Quarto Libro delle Cantate et Arie a voce sola, Venezia 1636

Giovanni Felice Sances
Viver pur trà pianti, e trà sospiri. Aria (Decima Ottava) A doi Voci.
Il Quarto Libro delle Cantate et Arie a voce sola, Venezia 1636

Girolamo Frescobaldi
Toccata settima (aus Toccate e partite d’intavolatura di cimbalolibro primo, Roma 1615)

Giovanni Felice Sances
Deus in adjutorium
Motetti 1638

Giovanni Felice Sances
Iste Sanctus
Motetti 1642

Tausendundeine Nacht – Die Märchenschlosslesung

Sonntag, 28. September 2025, 17 Uhr ♦ Schloß Sandizell, Schloßstraße 4, 86529 OT Sandizell Tausendundeine Nacht – Die Märchenschlosslesung ♦ mit spanischer, italienischer und deutscher Musik der Renaissance ♦ Ausführende: Prof. Dr. Claudia Ott, Lesung/Performance und Ensemble Palestra Musica mit Angelika Radowitz, hist. Blasinstrumente; Markus Bartholomé, Blockflöten; Michael Eberth, Cembalo und Clavicytherium.

Tausendundeine Nacht ist eines der ältesten Kultbücher der Weltliteratur und gleichzeitig eine Brücke zwischen Sprachen und Kulturen. Seit 25 Jahren arbeitet die Arabistin und Musikerin Claudia Ott an seiner Neuübersetzung ins Deutsche auf der Basis der ältesten erhaltenen arabischen Handschriften. Die mehrbändige Übersetzung, die noch nicht abgeschlossen ist, wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und begeistert ein immer größeres Publikum im ganzen deutschen Sprachraum.

Das Erzählkonzert führt zunächst mit einer szenischen Lesung in die Erzählsituation ein, in der die kluge Schahrasad den grausamen Sultan mit ihren Geschichten fesselt. Im zweiten Teil wird eine in sieben Nächte unterteilte Geschichte rund um einen schiffbrüchigen Königssohn gelesen, der in ein verwunschenes Schloss aus Edelsteinen und Edelhölzern gerät. Das Schloss wird von vierzig Mädchen bewohnt und besitzt hundert Vorratskammern. In 99 davon darf man schauen…

Die Musik führt uns in die Zeit, in der die übersetzten Handschriften entstanden, nämlich ins 15. und 16. Jahrhundert. Das Augsburger Ensemble Palestra Musica begleitet die Lesung mit europäischer Renaissancemusik auf Originalinstrumenten. So entsteht auch eine musikalische Brücke zwischen Orient und Okzident. (© Claudia Ott)

 Die Bücher werden auf einem Büchertisch erhältlich sein; Claudia Ott signiert ihre Übersetzung nach dem Ende der Lesung.