Cembalissimo

Samstag, 21. Mai 2022, 17 Uhr ♦ Augsburg, Schaezler-Palais, Festsaal ♦ Cembalissimo – Musik für zwei Cembali von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadé Mozart alte musik plusin Zusammenarbeit mit dem Greifenberger Institut für MusikinstrumentenkundeVarvara Manukian und Michael Eberth, Cembalo; Helmut Balk, Einführung

PROGRAMM

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Ouverture in D-Dur, BWV 1068

Wolfgang Amadé Mozart (1756 – 1791)
Fuge in c-Moll für zwei Klaviere, KV 426 (Wien, 29. Dezember 1783)
Allegro moderato

Wolfgang Amadé Mozart (1756 – 1791)
Fantasie f-Moll für ein Orgelwerk in einer Uhr, KV 608
Allegro – Andante – Allegro

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Konzert für zwei Cembali in C-Dur, BWV 1061

Kartenvorverkauf und Reservierung: Karten zu 26,00 Euro, ermäßigt 18,00 Euro | Schaezlerpalais, Maximilianstraße 46, 86150 Augsburg, Reservierung: Telefon: (0821) 324-4118 | Tourist-Info am Rathausplatz, an der Abendkasse und online bei reservix

Die Orchestersuite oder Ouverture in D-Dur ist uns in Form von Orchesterstimmen aus den Jahren 1730/31 überliefert. Ob sie somit tatsächlich in der Leipziger Zeit komponiert wurde oder ob nur eine Abschrift von vorhandenem (Köthener?) Material erstellt wurde, bleibt unklar. Berühmt wurde die Suite vor allem durch die nach der umfangreichen Ouverture als zweiter Satz platzierte „Air“, ein Stück, das heute für Hochzeiten und Begräbnisse gleichermaßen taugt. Darauf folgen Gavotte I/II, Bouree I/II und Gigue.
Auch wenn das Arrangement der Orchestersuite für zwei Cembali aus unserer heutigen Zeit stammt, so entspricht das Umarbeiten und Uminstrumentieren durchaus der Praxis des 18. Jahrhunderts.

Die Fuge ist sowohl als Autograph mit dem Titel Fuga à Due Cembali di Wolfgango Amadeo Mozart mpia [manu propria=aus meiner eigenen Hand] Vienna li 29 di decembre 1783, als auch als Erstausgabe mit der Bezeichnung Fuga per 2. Cembali Di W: A: Mozart al attuale Servizio di Sua Maesta J: è R: a Vienna presso Hoffmeister (Jan/Feb 1788) überliefert. Mozart greift hier, ähnlich wie bei der f-Moll-Fantasie (französische Ouverture und Doppelfuge), auf eine barocke Form zurück. Das Thema, es weist Ähnlichkeit mit dem Thema Regium aus Bachs Musikalischem Opfer auf, wird in rigoroser Konsequenz verarbeitet und durchgeführt, wie wir es selbst bei Bach selten antreffen. Das Werk beschließt eine „Fugen-Phase“ Mozarts, die im April 1782 auf Anregung von Baron von Swieten ihren Anfang nahm und reiht sich ein in eine Folge großartiger c-Moll-Stücke aus den Jahren 1783 und 1785 (KV Anh.39, 453a, 457, 475, Anh.44)

In Zusammenhang mit dem Tod des habsburgischen Feldmarschalls Gideon Freiherr von Laudon (1717-1790) entstanden Mozarts späten Werke für Flötenuhr KV 594, 608 und 616. Joseph Nepomuk Franz de Paula Graf Deym von Strzitez (1750-1804), genannt Müller, errichtete zu Ehren des Siegers in der Schlacht bei Kunersdorf und Maria Theresias erfolgreichsten Befehlshabers ein Mausole[um] mit einer Wachsfigur des Verstorbenen im gläsernen Sarg und mit antikisierendem Interieur. Diese Müllersche Kunstsammlung wurde 1791 am Wiener Stock-im-Eisen-Platz eröffnet. Um den optischen Eindruck zu verstärken, besorgte Graf Deym diverse Musikautomaten (Flötenuhren), in denen ein aufziehbares Uhrwerk einen Blasebalg und eine bestiftete Walze in Bewegung setzte, die dann wiederum ein kleines Orgelwerk zum Erklingen brachte. Kompositionsaufträge für diese Flötenuhren gingen auch an Mozart, der am 29. Dezember 1790 dafür die f-Moll-Fantasie KV 608 fertigstellte.

Die heute gespielte Einrichtung der in Partitur notierten Komposition für zwei Tasteninstrumente, entstammt einer postumen Erstausgabe mit dem Titel FANTAISIE/a quatre mains/pour le/Piano-Forte/composée/par/W.A.Mozart//a Vienne chez Jean Traeg dans la Singerstraße, Wien 1799, die unter der Signatur M.S.38684 in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien aufbewahrt wird. Der Autor der Bearbeitung war möglicherweise Johann Mederitsch, genannt Gallus.

Ursprünglich als Konzert „senza ripieno“, also ohne Beteiligung eines Orchesters, in zwei von Anna Magdalena Bachs Hand 1732/35 abgeschriebenen Cembalostimmen erhalten, ist das Werk in dieser Form einzigartig im Oeuvre Johann Sebastian Bachs. Die später von ihm hinzugefügten Streicherstimmen gestalten sich weitaus weniger autonom als die der anderen Konzerte für mehrere Cembali und Orchester. Viele der Konzerte für ein, zwei, drei und vier Cembali sind vermutlich Umarbeitungen von teilweise früher entstandenen Concerti für Oboe, Oboe d’Amore, sowie ein bzw. zwei Violinen. Wahrscheinlich erscheinen Aufführungen durch Johann Sebastian, zusammen mit seinen Söhnen und Schülern.

 

im Schatten Händels

Sonntag, 1. Mai 2022, 17 Uhr ♦ Wehrheim/Taunus, evangelische Kirche Werke von Maurice Green, Jeremiah Clarke, Georg Friedrich Händel u.a. Ensemble Lux et Umbrae: Robert Crowe, Sopran; Annette Fischer, Sopran; Daniela Wartenberg, Barockcello; Michael Eberth an der Orgel des Silbermannschülers Johann Conradt Bürgy, Bad Homburg aus dem Jahr 1783

 

 

Programm

Maurice Greene (1696 – 1755)
The Lord is my shepherd (23rd Psalm)

Johann Ernst Galliard (1687 – 1749)
Apollo and Daphne (6 English Cantatas in the Italian Style)

Jeremiah Clarke (1674 – 1707)
How long wilt thou forget me (Psalm 13)

Jeremiah Clarke (1674 – 1707)
March for the Prince of Denmark

Maurice Greene (1696 – 1755)
Blessed are those that are undefiled (Psalm 119)

Pause

Maurice Greene (1696 – 1755)
Voluntary in f

Elisabetta da Gambarini (1731 – 1765)
Behold and Listen

Maurice Greene (1696 – 1755)
Orpheus with his Lute (Shakespeare, aus Henry VIII)

Henry Carey (1687 – 1743)
I go to the Elisian Shade

Giovanni Bononcini (1670 – 1747)
Sonata for Violoncello in A minor

Johann Ernst Galliard (1687 – 1749)
Joyn voices (aus Hymn to Adam and Eve–aus John Milton’s Paradise Lost)

Musica sacra

Freitag, 18. März 2022, 19 Uhr ♦ Zipplingen-Unterschneidheim, St. Martin ♦ Musica sacra ♦ Giovanni Battista Pergolesi Stabat Mater, Claudio Monteverdi Pianto della Madonna, Giovanni Felice Sances‘ Pianto della Madonna Ensemble Lux et Umbrae: Robert Crowe, Sopran; Sandra Röttiger, Sopran; Katrin Ziegler, Violoncello; Michael Eberth, Orgel

Sonntag, 20. März 2022, 17:30 Uhr ♦ Deutschordensmünster St. Peter und Paul, Kirchbrunnenstraße 8, 74072 Heilbronn Magnificat ♦ Giovanni Battista Pergolesi Stabat Mater, Claudio Monteverdi Pianto della Madonna, Giovanni Felice Sances‘ Pianto della Madonna Ensemble Lux et Umbrae: Robert Crowe, Sopran; Sandra Röttiger, Sopran; Katrin Ziegler, Violoncello; Michael Eberth, Orgel

 

In lectulo per noctes

Geistliche Konzerte aus Deutschland und Italien

Samstag, 20. November 2021, 17:00 Uhr und 19:00 Uhr Felicitassaal im Maxmilianmuseum, Fuggerplatz 1, 86150 Augsburg Kartenvorverkauf und Reservierung: Maximilianmuseum. Telefonische Reservierung unter: (0821) 324-4167. Karten zu 26,00 Euro, ermäßigt: 18,00 Euro.

Vertonungen lateinischer Texte aus dem Alten Testament und deutscher, protestantischer Texte bilden nur die Eckpfeiler eines breiten, zum Teil beinahe ökumenisch anmutenden Repertoires aus der Zeit des Dreissigjährigen Krieges und zeigen auch hier, dass dieser erste verheerende „Welt-Krieg“ auf deutschem Boden, der zwar als Glaubenskrieg initiiert aber letztlich in hohem Maße als Krieg vieler einzelner machtpolitischer und wirtschaftlicher Interessen angeheizt und am Brennen gehalten wurde, das Herz und die Emotionen der Menschen nicht zerstören konnte.
Musik von Heinrich Schütz, Claudio Monteverdi, Francesco Cavalli, Anna Maria Fogliani, Hans Leo Hassler u. a.

Ausführende: Robert Crowe, Sopran | Julia Böhme, Alt | Ensemble Dulcisonantes mit Markus Bartholomé, Blockflöte und Tenordulcian | Wolfgang Zahn, Tenordulcian | Angelika Radowitz, Bassdulcian | Michael Eberth, Orgel und Leitung

Maecenas Optime – Musik für das Haus Fugger

Freitag, 8. Oktober 2021, 20:00 Uhr Evangelisch St. Ulrich, Ulrichsplatz 20, 86150 Augsburg Kartenvorverkauf/Reservierung: Tourist-Info, Rathausplatz oder online: reservix.de und an der Tages- bzw.
Abendkasse. Karten zu 26,00 €, ermäßigt 18,00 €, Studierende/Schüler:innen 10,00 €
Neben Widmungskompositionen an das Haus Fugger zählt auch eine Fülle von Musikalien in der Privatbibliothek von Philipp Eduard Fugger zum hochkarätigen Repertoire des internationalen Frühbarocks und zeugt, wenn auch selten gehört, von Wertschätzung und Kunstgeschmack. Eduard Fuggers Enkel Albert verkaufte 1655 aus Geldnot seine Sammlung, die heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt wird und uns ein Best-of an Musik und Musikern eindrücklich vor Augen und Ohren führt. Fast alle Komponisten, deren Musik im Programm des Festkonzertes erklingen werden, sind auch mit Werken in Philipp Eduard Fuggers Sammlung vertreten.

Melchior Newsidler (1531 – 1591)
der Fuggerin Danz
Luca Marenzio (1554 – 1599)
Zefiro torna (prima parte) – Ma per me lasso (seconda parte) Vienne montan (prima parte) – Corbo malvaggio (seconda parte) La santa pale (terza parte)
(aus Madrigali à 4 voci, libro primo (Venezia, 1584)
Giovanni Picchi (um 1571 – 1643)
Toccata
Claudio Monteverdi (1567 – 1643)
Laudate Dominum für Sopran und Basso continuo Si dolce è `l tormento für Tenor und Basso continuo
Giovanni Girolamo Kapsberger (1580 – 1651)
Sinfonia 4 (1615) per canto solo Toccata sesta & Corrente Settima für Laute Sinfonia 13 (1615) per canto solo
Gregor Aichinger (1564 – 1628)
Canzon con due Cornetti (aus Cantiones ecclesiasticae …, Augsburg, 1607)
Ave panis Angelorum (aus Solennia Augustissimi Corporis Christi, Augsburg 1606)
Giovanni Antonio Pandolfi Mealli (1624 – ca. 1670)
Sonata prima “La Bernabea” op.4 (Erstdruck Innsbruck 1660)
Tarquinio Merula (1595 – 1665)
Su la cetra amorosa – Aria a voce sola in ciacona
(aus Madrigali et altre musiche concertate Libro secondo op. 10, 1633
Chiaccona à 2. Violini, & à 3 col Basso
(aus Canzoni, overo sonate concertate per Chiesa e Camera […] Libro terzo op. 12, 1637)
Hans Leo Hassler (1564 – 1612)
Ridon di maggio Mein Gmüt is mir verwirret Tanzen und Springen
(aus Lustgarten neuer teutscher Gesäng, Balletti, Gaillarden und Intraden, Nürnberg 1601)
Ausführende: Ensemble FAMA & Gäste mit Veronika Mair, Sopran Richard Resch, Tenor Gebhard David und Clément Gester, Zink Iris Lichtinger, Blockflöten Axel Wolf, Laute Jörg Meder, Violone Michael Eberth, Cembalo