Samstag, 2. September 2023, 19 Uhr ♦ Augsburg, Maximilianmuseum ♦ Goldene Holl-Nächte II ♦ Werke von Christian Erbach, Giovanni Gabrieli, Isabella Leonarda und Hans Leo Haßler ♦ Jane Berger, Barockvioline; Angelika Radowitz, Bassdulcian; Michael Eberth, Orgel
Leben und Wirken von Elias Holl (* 28. Februar 1573 in Augsburg; † 6. Januar 1646 ebenda) in Augsburg fallen zusammen mit interessanten musikalischen Bewegungen in der Fuggerstadt.
1584 Gregor Aichinger wird Organist an St. Ulrich und Afra. Ein Jahr nach seiner Ausbildung bei Andrea und Giovanni Gabrieli in Venedig erhielt Hans Leo Hassler 1585 die Stellung als Organist von St. Moritz, die er bis 1600 behielt. 1602 Christian Erbach wird Stiftsorganist von St. Moritz und übernimmt die Leitung der Stadtpfeifer. 1607 in St. Ulrich und Afra wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet. 1609 in der Barfüßerkirche wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet (erhalten in Gabelbach). Von 1625 bis 1635 Christian Erbach wirkt als Domorganist.
Programm:
Christian Erbach (1570 – 1635)
Toccata terti toni
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Hans Leo Hassler (1564 – 1612)
Mein G’muet ist mir verwirret (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
nun hat ein End mein Klagen (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
Giovanni Battista Fontana (1571 – 1630)
Sonata nona per Fagotto e violin
(aus Sonate … per il violino, o cornetto, fagotto , … o simile altro istromento Venezia 1641)
Isabella Leonarda (1620 – 1704)
Sonata duodecima a violino solo
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Cipriano de Rore (1515/16 – 1565)
Anchor che coll’ partire (Diminutionen von Giovanni Bassanao)
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Anonymus (um 1630)
Toccata Octaui toni
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Giovanni Gabrieli (1554/57 – 1612)
Alleluja quando iam emersit
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Zuletzt aktualisiert: 17. September 2023 von Michael Eberth
Im Schatten Händels
Präsentationskonzert für die am 15. 09. 2023 erschienene CD mit dem Titel
In Handel’s Shadow – Vocal Music by his Rivals in Eighteenth-Century London
(Label: TOCCATA NEXT – London 2023)
Programm
William Croft (1677/8 – 1727)
A Hymn on Divine Musick(Harmonia Sacra, 1700)
Johann Ernst Galliard (um 1687-1749)
Apollo and Daphne (Six English Cantatas after the Italian Manner 1716)
Giovanni Zamboni (um 1664 – 1721)
Romano Sonata 6 in g-moll (Intavolatura di Liuto 1718)
Johann Ernst Galliard
The Morning Hymn of Adam and Eve (after Milton’s Paradise Lost 1728)
Pause
Maurice Greene (1696 – 1755)
“The Lord is my Shepherd” (40 Select Anthems 1742)
Johann Ernst Galliard
Sonata for Violoncello No. 5 (Solos for Violoncello 1746)
Maurice Greene
“Orpheus with his Lute“ (A Cantata and Four English Songs 1745/46)
Jeremiah Clarke (1674 – 1707)
“How long wilt Thou forget me?” (ca. 1705/6)
John Blow (1649 – 1708)
Prelude in a-Moll (ca. 1700)
Maurice Greene
“Blessed are those that are undefiled” (40 Select Anthems 1742)
Ensemble Lux et Umbrae
Annette Fischer – Sopran
Robert Crowe – Sopran
Sigrun Richter – Erzlaute
Julia Nilsen-Savage – Violoncello
Michael Eberth – Cembalo
Zuletzt aktualisiert: 3. August 2023 von Michael Eberth
Musikalische Wegbegleiter von Elias Holl
Leben und Wirken von Elias Holl (* 28. Februar 1573 in Augsburg; † 6. Januar 1646 ebenda) in Augsburg fallen zusammen mit interessanten musikalischen Bewegungen in der Fuggerstadt.
1584 Gregor Aichinger wird Organist an St. Ulrich und Afra. Ein Jahr nach seiner Ausbildung bei Andrea und Giovanni Gabrieli in Venedig erhielt Hans Leo Hassler 1585 die Stellung als Organist von St. Moritz, die er bis 1600 behielt. 1602 Christian Erbach wird Stiftsorganist von St. Moritz und übernimmt die Leitung der Stadtpfeifer. 1607 in St. Ulrich und Afra wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet. 1609 in der Barfüßerkirche wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet (erhalten in Gabelbach). Von 1625 bis 1635 Christian Erbach wirkt als Domorganist.
Programm:
Christian Erbach (1570 – 1635)
Toccata terti toni
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Hans Leo Hassler (1564 – 1612)
Mein G’muet ist mir verwirret (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
nun hat ein End mein Klagen (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
Giovanni Battista Fontana (1571 – 1630)
Sonata nona per Fagotto e violin
(aus Sonate … per il violino, o cornetto, fagotto , … o simile altro istromento Venezia 1641)
Isabella Leonarda (1620 – 1704)
Sonata duodecima a violino solo
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Cipriano de Rore (1515/16 – 1565)
Anchor che coll’ partire (Diminutionen von Giovanni Bassanao)
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Anonymus (um 1630)
Toccata Octaui toni
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Giovanni Gabrieli (1554/57 – 1612)
Alleluja quando iam emersit
(aus der Turiner Tabulatur, Augsburg? 1635/39)
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2023 von Michael Eberth
Von Annavasanna bis Castell‘ Arquato
Abstract (englische Version unten):
Soll der weltliche Anteil von Stücken der Buxheimer-, der Amerbach-, oder der Sicher-Tabulatur erklingen, so stellt sich die Frage: welches Instrument eignet sich dafür?
Beschäftigt man sich mit dem ältesten erhaltenen, besaiteten Tasteninstrument, dem 1480 datierten Clavicytherium aus dem Royal College of Music, so stellt sich die Frage: welche Musik soll darauf erklingen?
Der Versuch beide Fragen zu beantworten, kann Musik und Instrument in idealer Weise zusammenbringen, auch wenn Klaviaturumfang, Tastenmensur und Länge der Tastenhebel sich beim Spiel einer Kopie des Clavicytheriums im ersten Moment eher als problematisch denn hilfreich erweisen. Berücksichtigen wir jedoch die früheste Fingersatzquelle (Hans Buchner, Fundamentum Hs. Basel F I 8a) und die für die Zeit typischen Arten der Diminution, können wir über die daraus resultierende Artikulation eine ideale Kombination von Instrument und Musik erleben.
English Version
From Anavasanna to Castell‘ Arquato
Clavier music from 1460 to 1530 and the oldest surviving stringed keyboard instrument.
Music from the Buxheim tablature, the Castell‘ Arquato collection and the Codex Amerbach.
If the secular part of pieces from the Buxheim, Amerbach or Sicher tablature is to be played, the question arises: which instrument is suitable?
If one deals with the oldest surviving stringed keyboard instrument, the clavicytherium from the Royal College of Music, dated 1480, the question arises: what music should be played on it?
Attempting to answer both questions can bring music and instrument together in an ideal way, even if keyboard range, key mensuration and length of the key levers prove at first to be more problematic than helpful when playing a copy of the clavicytherium. However, if we take into account the earliest fingering source (Hans Buchner, Fundamentum Hs. Basel F I 8a) and the types of diminution typical of the time, we can experience an ideal combination of instrument and music via the resulting articulation.
Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2023 von Michael Eberth
Musikalische Wegbegleiter von Elias Holl
Leben und Wirken von Elias Holl (* 28. Februar 1573 in Augsburg; † 6. Januar 1646 ebenda) in Augsburg fallen zusammen mit interessanten musikalischen Bewegungen in der Fuggerstadt.
1584 Gregor Aichinger wird Organist an St. Ulrich und Afra. Ein Jahr nach seiner Ausbildung bei Andrea und Giovanni Gabrieli in Venedig erhielt Hans Leo Hassler 1585 die Stellung als Organist von St. Moritz, die er bis 1600 behielt. 1602 Christian Erbach wird Stiftsorganist von St. Moritz und übernimmt die Leitung der Stadtpfeifer. 1607 in St. Ulrich und Afra wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet. 1609 in der Barfüßerkirche wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet (erhalten in Gabelbach). Von 1625 bis 1635 Christian Erbach wirkt als Domorganist.
Programm:
Christian Erbach (1570 – 1635)
La Paglia
Toccata terti toni
Hans Leo Hassler (1564 – 1612)
zwei Intraden (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
Mein G’muet ist mir verwirret (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
Tanzen und springen (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
Luca Marenzio (1553/54 – 1599)
Zefiro torna – ma per me lasso
Giovanni Gabrieli (1554/57 – 1612)
Alleluja quando iam emersit
Erstellt am 26. Juni 2023 von Michael Eberth
Von Annavasanna und Modocomor
Programm:
Ludwig Senfl (um 1482-1542)
Es taget vor dem Walde
Hoftanz ,Es taget vor dem Walde‘
Annavasanna
Hoftanz ‚Le petit Rouen‘
Modocomo
Hans Weck (um 1500)
Ein ander Dantz
Hoftanz ‚Benzenhauer‘
Quellen:
Paul und Bartholomäus Hessen: Ettlicher guter teutscher und pollnischer Tanz (Breslau 1555)
Bayerische Staatsbibliothek München, Mus. Ms.1512, Mus. Ms.1516, Mus.Ms.3725 (‚Buxheimer Orgelbuch‘) Universitätsbibliothek Basel, Ms.F.X.58
Bei dem mit Darmsaiten bespannten Clavicytherium handelt es sich um eine von Matthias Griewisch angefertigte Kopie des ältesten besaiteten Tasteninstruments das im Royal College of Music in London in unspielbarem Zusand erhalten ist. Ein mit „Ulm 1480“ datierter Pachtvertrag ist am Unterboden eingeklebt. Ob das Instrument tatsächlich im süddeutschen Raum entstanden ist, bleibt unklar. Manche Forscher halten auch Italien als Ursprungsland für möglich. Die Klaviatur reicht von FG bis a‘‘ und entspricht somit im Wesentlichen dem Umfang, den auch Sebastian Virdung in seiner „Musica getutscht und ausgezogen“ (Basel 1511) den zeitgenössischen Tasteninstrumenten zuweist. Neben zwei Abbildungen, die mit Clauicimbalū bzw. Clauiciterū bezeichnet sind schreibt Virdung: „… Das ist eben als das virginale/allein es hat ander saiten von den därmen d‘ schave und negel die es harpfen machen hat auch federkile als das virginale. ist neiilich erfunden und ich hab ir niir eins gesehen. …“. Für welches der beiden Instrumente die Beschreibung zutrifft, müssen weitere Forschungen zeigen.
Jacob Paix Ballo
Valente Lo ballo
Buxheimer Orgel
Mozart L Sonate
Schubert Landler
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