Von Annavasanna bis Castell‘ Arquato

Donnerstag, 27. Juli 2023, 13 Uhr ♦ Bayerische Akademie der Wissenschaften Von Annavasanna bis Castell‘ Arquato ♦ Claviermusik von 1460 bis 1530 und das älteste erhaltene, besaitete Tasteninstrument  ein Lecture-Concert im Rahmen der Mediaeval and Renaissance Music Conference (MedRen) Michael Eberth spielt Musik Musik aus der Buxheimer Tabulatur, der Sammlung Castell‘ Arquato und dem Codex Amerbach auf einer Kopie eines Clavicytheriums von 1480 von Matthias Griewisch Nach dem Original aus dem Royal College of Music, London.

Abstract (englische Version unten):

Soll der weltliche Anteil von Stücken der Buxheimer-, der Amerbach-, oder der Sicher-Tabulatur erklingen, so stellt sich die Frage: welches Instrument eignet sich dafür?
Beschäftigt man sich mit dem ältesten erhaltenen, besaiteten Tasteninstrument, dem 1480 datierten Clavicytherium aus dem Royal College of Music, so stellt sich die Frage: welche Musik soll darauf erklingen?
Der Versuch beide Fragen zu beantworten, kann Musik und Instrument in idealer Weise zusammenbringen, auch wenn Klaviaturumfang, Tastenmensur und Länge der Tastenhebel sich beim Spiel einer Kopie des Clavicytheriums im ersten Moment eher als problematisch denn hilfreich erweisen. Berücksichtigen wir jedoch die früheste Fingersatzquelle (Hans Buchner, Fundamentum Hs. Basel F I 8a) und die für die Zeit typischen Arten der Diminution, können wir über die daraus resultierende Artikulation eine ideale Kombination von Instrument und Musik erleben.

English Version

From Anavasanna to Castell‘ Arquato

Clavier music from 1460 to 1530 and the oldest surviving stringed keyboard instrument.
Music from the Buxheim tablature, the Castell‘ Arquato collection and the Codex Amerbach.

If the secular part of pieces from the Buxheim, Amerbach or Sicher tablature is to be played, the question arises: which instrument is suitable?
If one deals with the oldest surviving stringed keyboard instrument, the clavicytherium from the Royal College of Music, dated 1480, the question arises: what music should be played on it?
Attempting to answer both questions can bring music and instrument together in an ideal way, even if keyboard range, key mensuration and length of the key levers prove at first to be more problematic than helpful when playing a copy of the clavicytherium. However, if we take into account the earliest fingering source (Hans Buchner, Fundamentum Hs. Basel F I 8a) and the types of diminution typical of the time, we can experience an ideal combination of instrument and music via the resulting articulation.

Musikalische Wegbegleiter von Elias Holl

Samstag, 22. Juli 2023, ab 18 Uhr ♦ Augsburg, Maximilianmuseum ♦ Goldene Holl-Nächte I ♦ Werke von Christian Erbach, Giovanni Gabrieli, Isabella Leonarda und Hans Leo Haßler ♦ Jane Berger, Barockvioline; Angelika Radowitz, Bassdulcian; Michael Eberth, Orgel

Leben und Wirken von Elias Holl (* 28. Februar 1573 in Augsburg; † 6. Januar 1646 ebenda) in Augsburg fallen zusammen mit interessanten musikalischen Bewegungen in der Fuggerstadt.

1584 Gregor Aichinger wird Organist an St. Ulrich und Afra. Ein Jahr nach seiner Ausbildung bei Andrea und Giovanni Gabrieli in Venedig erhielt Hans Leo Hassler 1585 die Stellung als Organist von St. Moritz, die er bis 1600 behielt. 1602 Christian Erbach wird Stiftsorganist von St. Moritz und übernimmt die Leitung der Stadtpfeifer. 1607 in St. Ulrich und Afra wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet. 1609 in der Barfüßerkirche wird eine Orgel von Marx Günzer errichtet (erhalten in Gabelbach). Von 1625 bis 1635 Christian Erbach wirkt als Domorganist.

Programm:

Christian Erbach (1570 – 1635)
La Paglia
Toccata terti toni

Hans Leo Hassler (1564 – 1612)
zwei Intraden (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
Mein G’muet ist mir verwirret (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)
Tanzen und springen (aus „Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng“ 1601)

Luca Marenzio (1553/54 – 1599)
Zefiro torna – ma per me lasso

Giovanni Gabrieli (1554/57 – 1612)
Alleluja quando iam emersit

Von Annavasanna und Modocomor

Sonntag, 16. Juli 2023, 17:30 ♦ München, Hochschule für Musik und Theater, Arcisstraße 12 ♦ »Tanzfest« des Instituts für Historische Aufführungspraxis ♦ Von Annavasanna und Modocomor – Deutsche Hoftänze aus dem 15./16. Jahrhundert Blockflötenconsort des Instituts für Historische Aufführungspraxis: Kathrin Zajicek, Lisa Schöttl, Nataliia Pavliv und Maurice van Lieshout, Blockflöten; Michael Eberth, Clavicytherium; Leitung: Maurice van Lieshout mehr Info unter: Tanzfest 

Programm:

Ludwig Senfl (um 1482-1542)
Es taget vor dem Walde
Hoftanz ,Es taget vor dem Walde‘

Annavasanna
Hoftanz ‚Le petit Rouen‘
Modocomo

Hans Weck (um 1500)
Ein ander Dantz

Hoftanz ‚Benzenhauer‘

Quellen:
Paul und Bartholomäus Hessen: Ettlicher guter teutscher und pollnischer Tanz (Breslau 1555)
Bayerische Staatsbibliothek München, Mus. Ms.1512, Mus. Ms.1516, Mus.Ms.3725 (‚Buxheimer Orgelbuch‘) Universitätsbibliothek Basel, Ms.F.X.58

Bei dem mit Darmsaiten bespannten Clavicytherium handelt es sich um eine von Matthias Griewisch angefertigte Kopie des ältesten besaiteten Tasteninstruments das im Royal College of Music in London in unspielbarem Zusand erhalten ist. Ein mit „Ulm 1480“ datierter Pachtvertrag ist am Unterboden eingeklebt. Ob das Instrument tatsächlich im süddeutschen Raum entstanden ist, bleibt unklar. Manche Forscher halten auch Italien als Ursprungsland für möglich. Die Klaviatur reicht von FG bis a‘‘ und entspricht somit im Wesentlichen dem Umfang, den auch Sebastian Virdung in seiner „Musica getutscht und ausgezogen“ (Basel 1511) den zeitgenössischen Tasteninstrumenten zuweist. Neben zwei Abbildungen, die mit Clauicimbalū bzw. Clauiciterū bezeichnet sind schreibt Virdung: „… Das ist eben als das virginale/allein es hat ander saiten von den därmen d‘ schave und negel die es harpfen machen hat auch federkile als das virginale. ist neiilich erfunden und ich hab ir niir eins gesehen. …“. Für welches der beiden Instrumente die Beschreibung zutrifft, müssen weitere Forschungen zeigen.

Venezianische Mehrchörigkeit

Samstag, 13. Mai 2023, 19 Uhr ♦ Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“; Maria am Sand 4, 94152 Vornbach am Inn ♦ Venezianische Mehrchörigkeit ♦ Werke von Giovanni Gabrieli, Heinrich Schütz, Michael Praetorius und David Pohle ♦ Heinrich-Schütz-Ensemble Vornbach; Barockorchester L’arpa festante, Leitung: Martin Steidler; Rien Voskuilen, Orgel; Michael Eberth, Cembalo und Egedacher-Orgel von 1732

Programm:

Introitus: Giovanni Gabrieli, Omnes gentes plaudite manibus à 16 voci (1597)

Kyrie und Gloria: Michael Praetorius, Kyrie und Gloria aus Missa gantz Teudsch  (1619)

Graduale: Heinrich Schütz, Der Herr sprach zu meinem Herrn, SWV 22 (1619)

Credo: Michael Praetorius, Credo aus Musae Sioniae (1607)

Georg Muffat (1653 – 1704)
Toccata decima (aus Apparatus Musico Organisticus, Salzburg 1690)
auf der Egedacher-Orgel von 1732

Sanctus: Michael Praetorius, Sanctus aus Missodia Sionia (1611)

Agnus Dei: Michael Praetorius : O Lamm Gottes unschuldig (1619)

Communio: Heinrich Schütz: Herr unser Herrscher SWV 27 (1619)

A due spinetti

Samstag, 22. April 2023, 19 Uhr ♦ Studio-Rose, Bahnhofstraße 35, 86938 Schondorf am Ammersee Musik für zwei Spinette – Werke von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Friedrich Bach, Johann Christian Bach und Padre Antonio Soler in Zusammenarbeit mit dem Greifenberger Institut für Musikinstrumentenkunde ♦ Varvara Manukian und Michael Eberth an zwei Spinetten nach Johann Heinrich Silbermann; Helmut Balk, Einführung.

Programm:

Johann Christoph Friedrich Bach (1732 – 1795)
Sonate in A-Dur für zwei Claviere
Allegro – Rondo Allegretto

Johann Christian Bach (1735 – 1782)
Sonate in G-Dur für zwei Claviere op. 15
Allegro – Tempo di Minuetto

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Ouverture in C-Dur, BWV 1066
Ouverture – Courante – Gavotte – Menuets – Bourrées – Passepieds

Padre Antonio Soler (1729 – 1783)
2° Concierto in a-Moll
Andante – Allegro – Tempo de Minué